4. WOCHE
Sie wissen wahrscheinlich noch nichts davon, dass Sie schwanger sind. Trotzdem
ist schon einiges passiert, denn die Blastozyste
hat am Anfang der 4. Woche ihre Einnistung beendet. Vielleicht ist es bei dieser
Einnistung sogar zu einer menstruationsähnlichen Blutung gekommen, der
sogenannten Nidationsblutung. Sie kann mit einer Periodenblutung verwechselt
werden und führt dann zu einer rechnerisch falschen Bestimmung des Schwangerschaftsalters.
Nur etwa die Hälfte aller Blastozysten entwickeln sich übrigens weiter:
In den anderen Fällen kommt es aufgrund von Fehlanlagen (wie Chromosomenstörungen),
Hormonmangel oder Durchblutungsstörungen zu einer sehr frühen, unbemerkten
Die Blastozyste besteht aus zwei unterschiedlichen Teilen, dem äusseren Trophoblast und dem inneren Embryoblast. Der innere Teil wird den Embryo und die Eihaut (mit dem Fruchtwasser ) bilden, der andere Teil die Plazenta. Die Fruchtblase wird Ihr Baby wie ein Polster vor Verletzungen schützen und normalerweise erst während der Geburtswehen einreissen.
Die
Plazenta heisst jetzt eigentlich noch Chorion und ist eine zottige Hülle
mit winzigen bäumchenartigen Ausläufern, die den noch flachen Keim
umschliessen. Das Chorion ist mit dem sich entwickelnden Embryo durch einen
Haftstiel, die spätere Nabelschnur, verbunden. Die Zotten nehmen Kontakt
zu den mütterlichen Blutgefässen auf und ermöglichen so die wichtigste
Funktion der Plazenta: den Austausch von Sauerstoff, Nähr- und Abfallstoffen
zwischen dem mütterlichen und kindlichen Kreislauf. Die Plazenta produziert
aber auch verschiedene Hormone, z.B. hCG
(humanes Choriongonadotropin, das man auch „Schwangerschaftshormon" nennt),
Östrogen
und Progesteron
(das Gelbkörperhormon), die dafür sorgen, dass keine Periodenblutung
ausgelöst wird und die Schwangerschaft weiterhin bestehen bleibt. Dabei
wirkt der hohe Progesteronspiegel stark beruhigend auf die Gebärmuttermuskulatur,
damit der Embryo nicht abgestossen wird. Lästig: nicht nur der Uterus reagiert,
sondern auch der restliche Organismus wird ruhig gestellt, was sich zum Beispiel
in Müdigkeit,
häufigem Harndrang
und Verstopfung
bemerkbar macht. Wichtig ist die Plazenta auch für das Wachstum der Gebärmutter
und für die Veränderungen an Ihrer Brust
als Vorbereitung auf das Stillen. Und sie wirkt wie eine Schranke gegen viele
(aber leider nicht alle) schädigende Einflüsse, zum Beispiel gewisse
Infektionen.
Der Embryo entwickelt sich weiter in drei unterschiedlichen Zellschichten. Eine Zellschicht bildet das Gehirn, die Nerven, Schweissdrüsen, Haare und Nägel, die Haut und die Augen und Ohren. Aus der zweiten Schicht entsteht das Herz und Kreislaufsystem (Blut und Gefässe), die Nieren, Milz, Geschlechtsorgane, Knochen, Muskeln und die tieferen Hautschichten. Die dritte Zellschicht schliesslich wird zu den Lungen, der Leber, Bauchspeicheldrüse, Schilddrüse, den ableitenden Harnwegen und dem Verdauungstrakt. Und das alles auf nicht viel mehr als einem Millimeter!
Ihre Schwangerschaft in Zahlen:
- 4. Woche nach dem 1. Tag d. letzten Periode
- 3 Wochen + 1 - 7 Tage (ärztliche Berechnung)
- 2. Woche nach der Befruchtung
- 8. – 14. Tag der Embryonalentwicklung
Stand: 04/02, BH
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